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"Jedes Volk existiert solange auf der irdischen Ebene, bis es seine Aufgabe gelöst hat. Einzelne können scheitern, doch ein Volk nie."
Rudolf Steiner

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Freitag, 7. Juni 2013

Staaten im Wandel: Türkei

Ein Park mit liebgewonnenen alten Bäumen war Ausgangspunkt der Proteste und Straßen- kämpfe. Der Gezi-Park in Istanbul sollte einem Einkaufszentrum weichen, worüber die Bür- ger zu spät informiert wurden. Die friedliche Demonstration änderte sich jäh, als die Prote- stierer gewaltsam von Polizeikräften angegriffen wurden.

Blaue Moschee in Istanbul
Es gibt Bilder zu sehen, wo Polizisten Hiebe mit Schlag- stöcken und sogar auch Fuß- tritte austeilen. Wasserwerfer waren so extrem aufgedreht, daß viele Menschen ihr Au- genlicht verloren (wir kennen solche Bilder von Stuttgart-21-Demos). Massen von Trä- nengas wurde eingesetzt, so daß ganz Istanbul wie in Nebel getaucht aussah. Hinzu kommt, daß sogar Agent-Orange Hülsen gefunden wur- den, ein tödliches Nervengas das früher in Vietnam einge- setzt wurde, und eigentlich verboten ist. Die Zahlen sind nicht bestätigt, aber es scheint 2-3 Tote zu geben, und 1000-1700 Verletzte. Denn was in Istanbul als friedlicher Protest begann, weitete sich schnell über das ganze Land aus. Als Solidaritätskundgebungen gedacht, gab es auch in Ankara und anderen großen Städten Zusammenstöße mit den Sicherheitskräften.

Und so geht es schon längst nicht mehr um die Bäume im Gezi-Park, sondern um die ge- waltsamen und völlig unverhältnismäßigen Übergriffe der Polizei, und um den schon länger schwelenden Zorn über immer stärkere Eingriffe in die persönlichen Freiheitsrechte.

Nachdem Premier Recep Tayyip Erdogan merkte, daß ihm hier das Ruder entgleitet, lenkte er zuerst beschwichtigend ein, und versprach, den Park stehenzulassen. Kurze Zeit später gab er jedoch ein Interview, bei dem er sich zu markigen Sprüchen hinreißen ließ.

„Wir, die Machthaber, haben bis zum heutigen Tag 3 Milliarden Bäume gepflanzt. Wir, die Machthaber, haben 160 Nationalparks gegründet. Kann eine solche Regierung der Feind der Umwelt, der Bäume sein?“, sagte Erdogan am Sonntag in Istanbul. Zuvor hatte der türkische Premier den Urhebern der Unruhen bereits vorgehalten, den Umweltschutz lediglich als Vor- wand zu benutzen und über einen ideologischen Hintergrund spekuliert.
http://www.politaia.org/wichtiges/volksaufstand-turkei-moscheen-und-laden-von-verletzten-uberfullt/

Das hört sich an wie der Ärger eines überhöhten Macho-Egos, welches keine Einsicht zeigt und auf seiner Macht beharrt. Es ist die typische Haltung derer, die am alten System fest- halten und sich weigern, Veränderungen zuzulassen. Solche Menschen denken in Einbahn- straßen, die in einer Sackgasse enden – und nicht im Traum daran, daß das Volk andere Träume hat.

Doch das türkische Volk hat die Empörung gepackt, und völlig zu recht. Sie sind sehr mutig, gegen dieses Machtregime aufzustehen und in vielerlei Hinsicht Freiheit einzufordern. Das Recht auf Selbstbestim- mung eines Volkes und eines jeden Menschen; und genau das ist es, was die Menschen weltweit anrührt und ebenso bewegt. Denn es ist nicht nur ein türkisches Problem. Es ist die Sehnsucht aller Menschen, sich frei entwickeln zu können. Und deshalb fühlt sich dieser Aufstand nicht als etwas an, was auf die Türkei begrenzt bleibt, sondern das geht viel tiefer. Es ist der Aufschrei von Menschen, die in sich die Unter- drückung der Jahrtausende spüren, und diese endlich abschütteln wollen. Das Feuer das hier entzündet wurde, kündet vom Mut zur Selbstbestimmung, und es dürften gefühlte Fun- ken überspringen, überall hin, von Mensch zu Mensch, von Herz zu Herz. Der 'Wind of Change' kann zu einem Sturm der Freiheit werden.

An dieser Stelle möchte ich auf die gewohnte Geschichte des Landes verzichten, weil das zu umfangreich wird. Stattdessen schauen wir uns das Radix und die Progression der Türkei an.

Im Gründungsradix von 1923 geht es um ein Volk, das im Prinzip rechtlos ist, vor allem die Frauen (Krebs-AC, Mond H1 in 12). Das war die damalige Situation, später schaffte der Staatsgründer Mustafa Kemal Pascha, genannt Atatürk (Vater der Türken), Kalifat, Sultanat und Scharia ab, und führte 1930 das aktive Frauenwahlrecht ein (da lief der progressive Mond genau 7 Jahre später über den AC). Trotzdem war der Staat geprägt von patriar- chaler Machtdurchsetzung (Pluto in 1) und einem starken Militär (Steinbock in 8), welche das Volk in seiner Lebensfreude unterdrückt hielten (Saturn H8 Konj. Merkur H4 in 5). Mehrfach putschte das Militär: 1960, als Präsident Menderes ein Ermächtigungsgesetz verkündete (er wurde dafür 1961 gehängt); 1971 gab es repressive Maßnahmen gegen die Bevölkerung (Saturn Konj. Merkur); und es putschte wieder im September 1980, verhängte das Kriegs- recht und verbot alle politischen Parteien. Erst 1982 gab das Militär die Macht ans Parlament zurück. Diese Machtdemonstrationen gegen das Volk kamen wie aus heiterem Himmel (Pluto Qu. Mars H11 in 4), und dienten dazu, die Freiheitsimpulse zu unterdrücken.

Radix Gründung Türkei 1923
Das türkische Volk hat ein starkes Frei- heitsbedürfnis; es weiß, daß es nur darin Sicherheit finden kann (Stier ein- geschlossen in 11). Dazu gehört auch der Mangel, den besonders Frauen früher empfunden haben, daß ihre wahre Stärke nicht zugelassen wurde (Lilith eingeschlossen im Stier). Dabei haben die Türken ein unglaublich ho- hes Maß an Liebesfähigkeit, sie lieben bedingungslos (Venus Qu. Neptun), ihre Liebe ist rein und sehr tief (Venus Konj. Vesta + Jupiter im Skorpion), was auch die große Liebe zu Kindern einschließt (alles in 5). Ihr wahres We- sen, nämlich klar, analytisch, gerecht und bescheiden zu sein, wurde lange Zeit unterdrückt (Saturn Konj. Merkur H4). Und wenn auch der Gefühlsaus- druck und die Kreativität unterdrückt werden, ist es schwierig zu leben. Sie mögen sich nicht gern anpassen (Schütze in 6), haben aber einen Weg gefunden, ihr Glück und die Lebens- freude intern auszudrücken, wie in der Familie (Jupiter H6 in 5 eingeschlossen im Skorpion). Das reicht aber bei weitem nicht aus, denn dieses Volk ist sehr ausdrucksstark (5 Planeten in 5) und möchte das natürlich auch leben.

Es besitzt seine eigene Weisheit und besonderes Gespür zu erkennen, wann eine Regierung die Wahrheit sagt und wann nicht (Neptun H10 in 3). Die Wahrheit auszudrücken ist sozusagen pures Lebenselixier; können oder dürfen sie es nicht, leiden die Türken (Sonne H3 in 5 eingeschlossen im Skorpion). So ist es sehr wichtig bis unabdingbar, daß die Wahr- heit gesprochen wird, und das erwarten sie auch von der Regierung. Diese jedoch hat ein Problem mit Verrat und Vetternwirtschaft in der Gesetzgebung (Ixion Opp. Varuna in 10); ein weiteres Problem mit Mißbrauch von Macht (Pluto Qu. Sedna), was großen Schmerz auslöst (Chiron + Nessus Konj. Sedna). Es ist in erster Linie Mißbrauch auf Regierungsebene (Sedna in 10), der sich gegen das Volk richtet (Sedna Opp. Merkur H4), kann sich aber auch auf Mißbrauch der Vaterebene gegenüber Kindern zeigen (Sedna in 10, Merkur in 5), wie zB Zwangsverheiratung von Jugendlichen.

Blaue Moschee
Die religiöse Haltung hingegen ist sehr frei und auf- geschlossen (Wassermann + Uranus in 9), und ist damit auch sehr tolerant gegenüber anderen Religionen, wobei das Seelenziel dieses Volkes danach strebt, die reine Verbindung zum Schöpfer herzustellen, befreit von Religionen (Quaoar am aufsteigenden Mondknoten in Jungfrau).

Es dürfte schon länger im Volk brodeln (Uranus tr Qu. Mars + AC/DC seit März), und jetzt wird es aufgerüttelt durch den Schmerz der sich offenbart, den die Regierung ihm zugefügt hat (Uranus tr Konj. Nessus). Und leider ist das erst der An- fang, denn nach und nach werden all die Mißbrauchsgeschichten der Regierung ans Licht kommen (Uranus tr Konj. Nessus, Sedna, Chiron, Qu. Pluto bis März 2016).

Die Machtverhältnisse sind wahrlich auf die Probe gestellt (Pluto tr Opp. Pluto), und werden hinterfragt und sollen befreit werden (Uranus tr Qu. Pluto). Das betrifft auch die Regierung und die Medienfreiheit, die jetzt besonders unterdrückt wird (Saturn tr Konj. Sonne H3 bis Mitte August). Einen positiven Verlauf und Durchbruch kann es ab Ende Juli geben (Jupiter tr Konj. AC), wobei das Volk an Stärke gewinnt, doch dürfte der Reinigungsprozeß noch länger dauern, das zieht sich bis 2016 hin. Eure Befreiung liegt in der freien Meinungsäußerung (Uranus in 9), und die Lösung ist, euer Gespür für die Wahrheit nicht länger zu unterdrücken, sondern voll darauf vertrauen (Neptun in 3).

Sekundär Progression
Und weil die Gründung schon so lange her ist, schauen wir noch in die Sekundär Progression (Zeitschlüssel 1 Tag = 1 Jahr). Hier sieht man sehr deutlich, unter welchem kolossalen Druck das Volk steht (Pluto Qu. Mond), und daß es der Gewalt und dem Mißbrauch der Ordnungskräfte begegnet (Mond Opp. Sedna, Chiron, Nessus im Widder in 8). Die Regierung nimmt für sich in Anspruch die Medien zu unterdrücken (Pluto H3 in 10), wie die freie Kommunikation (Pluto Opp. Merkur). Doch das Volk ist inzwischen mutig und optimistisch und hält ja zusammen (Jupiter H4 in 3). Es ist auch nicht mehr bereit sich anzupas- sen (Wassermann + Uranus in 6) und wird damit auf Dauer Erfolg haben (Jupiter Qu. Uranus).

Auch wenn der Druck nochmals steigen sollte (Pluto tr Merkur H1 Februar bis Juni + Dezem- ber 2014, Januar, Juli bis November 2015), laßt euch nicht beirren in eurem Wahrheitsempfin- den, das sich wieder deutlich meldet (Neptun ist aus 12 raus in 11), und bringt die Wahrheit deutlich zum Ausdruck (Sonne H12 in 5), denn genau das bringt euch die Lebensfreude zurück!

Die ganze Welt schaut mit Stolz auf euch,
wir wünschen viel Erfolg und grüßen euch von Herz zu Herz!

Kommentare:

  1. - Teil 1 -

    Zur Ergänzung ein Bericht aus Facebook, der mir mehrfach zugesendet wurde:

    Ihr Lieben,
    für alle die nicht auf Facebook sind, stelle ich hier einen berührenden Bericht aus der Türkei ein. Während ich ihn las, liefen mir die Tränen übers Gesicht. Ja! So entsteht sie, die Einheit - geboren aus dem totalen Chaos. Die Menschen halten zusammen und helfen sich gegenseitig, wie es noch nie der Fall war. Verbindet Euch und sendet den göttlichen Frieden in dieses Land. Wir arbeiten auf Facebook in einer Gruppe mit dem Metatron-Lichtstab ( www.metatron-lichtakademie.de) mit der Bitte um die göttliche Ordnung. Es gibt viel zu tun-deswegen sind wie ja hierhergekommen.

    Bereshit eyeh asher eyeh
    Elina

    Mary Yu
    Istanbul aus meiner Sicht:
    Seit 2 Tagen haben wir vielleicht maximal 4 Stunden geschlafen. Alle Menschen sind mit den Gedanken nur bei dem, was draußen passiert und bei den Menschen, die eventuell noch in Gefahr sind. Dieser Zusammenhalt ist unbeschreiblich... Das ganze Volk hat sich vereint. Wenn man auf die Straße geht, ist jeder füreinander da. Wenn ich auch nur einmal husten musste, auch nur an meinen Augen gerieben habe, standen plötzlich Menschen neben mir, die mir Medikamente, Wasser, Gasmasken, Zitronen, Taschentücher angeboten haben. Wenn einer verletzt war, waren Taxis und andere Fahrer sofort bereit, die Verletzten mitzunehmen. Als wir wieder mitten in einer Tränengas-Wolke gesteckt haben und zum nächsten Kiosk sind um Wasser zu kaufen, hat der Besitzer schon sein ganzes Wasser in Becher abgefüllt gehabt und es uns verteilt.

    Da am Taksimplatz und an vielen anderen Stadtteilen das Internet verlangsamt bzw. abgestellt wurde um die Geschehnisse nicht zu posten haben fast alle Geschäfte und Gastronomien ihr Wlan freigeschaltet, andere wiederum haben ihre Passwörter veröffentlicht. An vielen Häusern waren Menschen am Fenster und haben Verletzte oder Menschen die vor der Polizei geflüchtet sind, bei sich aufgenommen und versorgt. Aber nicht nur das…

    Während der ganzen Proteste, bei denen alle Menschen in Gefahr waren, haben sich viele auch für die betroffenen Straßentiere eingesetzt, sie zu Tierärzten gebracht (die diese kostenlos versorgt haben). Dieses Gefühl ist nicht in Worte zu fassen…

    Als wir am Taksim-Platz ankamen waren wir MILLIONEN! Kein Bild der Welt, kein Video kann dieses „Gefühl“ festhalten. Am Platz waren Anarchisten, Kommunisten, Linke, Nationalisten, junge Menschen, alte Menschen, alle Fußballfans von verschiedenen Vereinen. ALLE wurden bejubelt als sie auf den Platz kamen. Jeder war für jeden da, alle wurden umarmt! Alle haben gemeinsam protesiert.

    Ich kann mir keinen friedlicheren Protest vorstellen. Wir standen alle nur da. Haben alle nur gejubelt. Und uns gefreut. Gefreut, dass offensichtlich doch alle Menschen zusammenhalten, dass man nur einmal zusammenkommen musste. Aber die Polizei duldet keinen Menschen auf der Straße. Als wir zum Taksim-Platz kamen, erklärten die Polizisten, sie hätten sich zurückgezogen. Als immer mehr und immer mehr Menschen am Platz waren, griffen sie uns nochmal an. Aber wir waren mittlerweile so viele, keiner ist zurückgegangen.

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  2. - Teil 2 -

    Nach einer Weile waren die Polizisten weg. Es war so schön, wir dachten dass sich die Situation jetzt entspannen würde, bis wir mitbekamen, dass die Polizisten in Besiktas, die Menschen die aus Kadiköy mit der Fähre kamen bei der Ankunft angegriffen haben. Um für sie da zu sein und um uns um die Betroffenen zu kümmern liefen wir Richtung Besiktas. Als wir dort waren wurden wir natürlich wieder mit Wasser und Tränengas angegriffen, aber diesmal war das Tränengas ganz anders. Es war so aggressiv und nicht auszuhalten. Es wird gesagt, dass es sich um Chemische Waffen handelt, Agent Orange (zuletzt im Vietnamkrieg eingesetzt). Was auch immer es war, es hat gebrannt, Schwindel und Übelkeit verursacht und es uns unmöglich gemacht zu atmen.

    Wir haben dann einen Weg gefunden zu flüchten und sind wieder zurück zum Taksim Platz und was sich in der Zeit wohl in Besikas abgespielt hat, waren Szenen wie aus dem Krieg. Ich kann das nicht in Worte fassen, bitte schaut euch dazu die Videos an und teilt sie! Am Taksim-Platz hingegen war alles verwüstet. Polizei-Autos wurden von den Protestierenden demoliert, um Barikaden aufzustellen um sich vor den Angriffen der Polizei zu schützen, wurde alles, was sich in unmittelbarer Nähe befand abgerissen und auf die Straßen gestellt. Es waren Bilder wie in Kriegsländern, alle Menschen außer sich vor Angst, Wut und Sorge.

    Da ich in Besiktas wohne, habe ich mich auf den Weg zurückgemacht, aber es war unmöglich durchzukommen. Die Polizisten haben weiterhin mit diesem neuen Gas und Wasser angegriffen und alle Menschen waren erschüttert. Das Gas war in der ganzen Luft verbreitet, wir konnten nicht mehr atmen und bekamen zum Glück wieder Hilfe von anderen. Durch ganz viele Umwege und Hilfe von anderen haben wir es dann geschafft, nach Hause zu kommen. Auf dem Weg haben wir bemerkt, dass die gesamte Stadt verwüstet ist. Es gab keinen einzigen Fleck mehr, der einen nicht an Krieg erinnert.

    Teilweise traurig über den Vandalismus der stadtgefunden hat hab ich mich dann hingelegt und lese jetzt mit Gänsehaut: Die Menschen in Istanbul haben sich jetzt zum Putzen zusammen getan!! Alle sind auf den Straßen und machen alles wieder sauber.

    Die Medien in der Türkei berichten immer noch NICHTS von all dem! Obwohl sich ab und an Journalisten mit ihren Kameras auf dem Platz befunden haben, wurde nichts ausgestrahlt. Aber es ist so schön zu sehen, dass sich die ganze Welt darum kümmert und die Menschen hier unterstützt. Das ist unglaublich schön, danke dafür, das gibt einem Kraft um weiter raus zu gehen.

    Das was ich hier geschrieben habe ist nur ein winzig kleiner Ausschnitt von all dem ganzen. Es gäbe noch sooo viel zu sagen! Vielen Dank für eure ganze Anteilnahme, fürs Teilen, fürs mit-Protestieren. Für alles! DANKE!
    Her yer taksim! Her yer direnis! ♥

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    1. Haltet durch, ich glaube an Euch! Habe so eine Ahnung,dass es bald überall in Europa so aussehen könnte.
      Ich sende Euch Licht und Liebe und vergneige mich vor dem türkische Volk.
      Djunga

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  3. Liebe Osira, danke für diesen Bericht, er ging sehr zu Herzen. Auch ich wünsche diesem tollen Volk, ich wuchs in so einer Mischfamilie auf, alles Gute und viel Kraft zum Durchhalten.

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  4. Ich bin zutiefst berührt!

    Wie war's noch mal "denn die Letzten werden die Ersten sein"? Oh ja, Ihr seid wahrhaftig die ERSTEN...Mein Herz ist mit Euch!

    Ich danke für Euren Mut und hoffe, dass bald der Funke überspringt.

    Simona

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